Werning still 1 1

 

 

 

Ruhr-Universität Bochum

 

 

 



 Der GedankenSprünge-Fragebogen

beantwortet von Markus Werning

Meine Heimat ist...
ich habe irgendwann mal gesagt: das Innere meines Laptop.

Ein Buch, das ich gar nicht erst geöffnet habe....
in der WG, in der ich während meiner Studienzeit gewohnt habe, lag ein Buch von Fichte auf dem Tisch. Und ich habe nur die erste Seite aufgeschlagen und dann gleich wieder zugeklappt.

Man könnte mich nachts wecken für...
für fast alles (lacht, Publikum auch).

Diese Erkenntnis aus meinen Bereich gilt auch heute noch:
einer meiner Lieblingsphilosophen ist Descartes.
Und dieses "cogito - ergo sum" finde ich nach wie vor sympathisch.

Es fällt mir schwer zuzugeben, aber mir gefällt wirklich
...
mir gefallen auch Philosophen, die man mir gar nicht zurechnen würde;
z.B. mag ich Plato unglaublich gerne.

Das werde ich nie auf einem e-book-reader lesen:
ich bin Fan von Hörbüchern. Wenn man einen tollen Sprecher hat, ist das ein echter Mehrwert.
Man sollte sich die Bücher lieber als Hörbücher kaufen und nicht als e-book.

Ein Bereich, den ich mir noch erarbeiten muss, ist...
ich bin auch Physiker. Und ich habe irgendwann mal auch in der Philosophie eine gewisse Unbefriedigung erlebt, weil die Philosophie ein wenig die Tendenz hat, Daniel Dennett hat es mal so ausgedrückt: self-indulgent zu sein.
Ich weiß gar nicht, wie man das übersetzen kann, vielleicht "selbstbezogen" oder "selbstverliebt" zu sein.
Und das ist tatsächlich so.
Das Problem bei der Philosophie ist: man kann viele Fragen durchdiskutieren, aber irgendwann kommt man nicht mehr weiter. Vieles ist ja schon gedacht worden, schon vor vielen hundert Jahren.
Und deswegen habe ich mich entschieden - das ist auch eine Motivation: wir müssen wirklich Experimente machen!
Aus den Lehnstühlen in die Labore!
Und da werden wir mit neuen Dingen konfrontiert, und das heißt, neue Methoden mir anzueignen. Das ist das, was ich als Herausforderung ansehe.
Und neurowissenschaftliches Wissen ist wirklich faszinierend. Wenn man den Korpus kennt, die philosophischen Debatten, dann kann man diese zuordnen zu bestimmten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Man kann diese Erkenntnisse
nutzbar machen für die Philosophie und dort wieder ein Stück weiter kommen.

Von dieser Idee komme ich nicht mehr los
...
ich glaube, vom Naturalilsmus komme ich nicht mehr los.

Ein Klang, den ich nie vergessen werde...
das ist ganz einfach zu beantworten: "Kind of Blue" von Miles Davis.
Ich habe eine Zeitlang in Amerika gelebt, in einer Wohngemeinschaft, wo wir keine Waschmaschine hatten. Ich musste jede Woche in einen Waschsalon gehen. Da lief eine spanische Soap Opera, ich verstand kein Wort.
Ich habe währenddessen "Kind of Blue" gehört, von vorne bis hinten. Und wieder und wieder und wieder.
Und das hat sich so gut bei mir eingebrannt, dass ich dieses "Waschsalon-Feeling"  jedes Mal habe, wenn ich diese CD wieder höre.
(lacht, Publikum auch)

Ein völliger Fehlkauf war...
ich habe mir jetzt eine Wohnung gekauft. Und - hoffentlich - ist es kein Fehlkauf! Bin gerade erst eingezogen...

Wenn ich könnte, würde ich gerne...
gerne mal längere Zeit in Afrika Philosophie unterrichten, z.B. in Ghana, oder in ein anderes afrikanisches Land gehen.
Weil mich die afrikanische Denkweise und Kultur sehr interessiert; ich sammle auch afrikanische Kunst und Kunstbände.

Reif für die Insel, das nehme ich mit:
nein, Fichte nicht (nach Zuruf aus dem Publikum).
Meinen Internetanschluß?
Das Problem dabei: das schönste Buch kann man nur einmal lesen, vielleicht auch zweimal.
Aber, will man es wieder und wieder lesen? Die Dinge verlieren dann auch an ästhetischer Qualität.
(Hinweis aus dem Publikum auf "Kind of Blue")
Da hat sich aber auch die ästhetische Qualität verändert. Ich weiß nicht, ob es positiv oder negativ ist, bei "Kind of Blue" immer das Waschsalon-Feeling zu haben.
Oder bei Gemälden; es ist gut, sie anzusehen - aber sie auch zu besitzen und ständig ansehen zu müssen, entwertet doch das Gemälde. Ich gehe viel lieber ins Museum, schaue mir neue Gemälde an als  diese Wiederholung.
Deswegen weiß ich nicht, ob das eine gute Idee ist, nur ein Ding mitzunehmen.

©Michael Rüsenberg, 2016. Alle Rechte vorbehalten