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Ästhetische

Welterfahrung

 

 

 

 


 »Ästhetische Welterfahrung« bedeutet, dass uns die Begegnung mit Kunst mit der Welt verbinden kann. Kunst kann neue Aspekte der Welt entdecken oder unerwartete Weltsichten eröffnen.
Heute, wo unser Weltbild sich verschiebt – weg vom Dualismus zwischen Mensch und Welt hin zu einer Sicht, welche die Weltzugehörigkeit des Menschen betont –, ergeben sich besonders interessante Entwicklungen.
Lange Zeit hatte auch die Kunst die Mensch-Welt-Opposition dargestellt:
so wie der Mensch der Welt gegenüberstand, so sollte die Kunst gegenüber der Wirklichkeit eine eigene Welt schaffen und noch einmal die Weltdistanz und Autonomie des Menschen bezeugen.
Heute nimmt die Kunst eine andere und wirklichkeits-affinere Gestalt an. Sie bewegt sich in einem Zwischenfeld zwischen Kultur und Natur. Mit dem Wegfall des Mensch-Welt-Dualismus ist auch die Unterscheidung zwischen Natur und Kultur brüchig geworden. Mensch, Kultur und Kunst agieren in einem Spielfeld, das die herkömmliche Trennung von Natur und Kultur nicht mehr zulässt, sondern beides umfasst.
In den Essays seines neuen Buches „Ästhetische Welterfahrung“ diskutiert Wolfgang Welsch diese Entwicklung.
Wolfgang Welsch, em. Professor der Universität Jena, ist einer der bekanntesten Vertreter der philosophischen Ästhetik in Deutschland.

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Wolfgang Welsch
Ästhetische Welterfahrung
Zeitgenössische Kunst zwischen
Natur und Kultur
Wilhelm Fink Verlag, 2016
120 S., 17,90 €

 

 

 

 Donnerstag, 8. Juni 2017, 20.00 Uhr
buchladen 46, Kaiserstr. 46, 53115 Bonn


Wolfgang Welsch - Die Videoclips vom 8. Juni 2017

Annäherung an den Titel des Buches über den Untertitel:
was verbindet zeitgenössische Kunst mit Natur?


Zeitgenössische Kunst und Natur (2)
Die Rolle der Technologie

Andreas Greiner & Eduardo Kac


Kasimir Malewitsch "Schwarzes Quadrat"


Gustav Mahler 1. Satz, 3. Sinfonie
Mahler
: "Sie brauchen gar nicht mehr hinzusehen - das
(Höllengebirge) habe ich schon alles wegkomponiert".
Wolfgang Welsch: "Das reale Höllengebirge erscheint nur noch wie ein
Haufen Schlacke gegenüber den Eruptionen des 1. Satzes der III. Symphonie".
Hans Wollschläger: "Man muss von der Welt, um Alles darüber zu wissen,
nichts anderes wissen als das, was Mahlers Musik darüber gesagt hat".


Einwände:
- Musik ist nicht propositional.
- „Man komponiert nicht, um jemandem eine Mitteilung zukommen zu lassen,
sondern um eine musikalische Idee zu realisieren, eine Situation zu bewältigen
oder ein Problem zu überwinden.“ (Peter Faltin, 1981)


Frage aus dem Publilkum:
Wenn Musik Kunst der Innerlichkeit ist - was halten Sie dann
von der Kochkunst?


Gibt es hier einen Widerspruch im Buch:
„Die Musik ist fragiler, gewagter, mutiger - aber so eben auch wahrer -
als andere Kunstformen“, S. 26
versus
„…dass es in der Kunst im Unterschied zur Wissenschaft kein einhelliges
Kriterium von zutreffend und falsch gibt.“, S. 29


Aus dem Titel des Buches abgeleitet:
muss nicht zwischen Erfahrung und Erkenntnis unterschieden werden?


Ein Kapitel des Buches lautet:
"Perspektiven einer evolutionären Ästhetik".
Muss man auch Tieren ästhetisches Empfinden zubilligen?