gedankensprünge - MICHAEL RUTSCHKY, 12. November 2015

Rutschky Bonn 2

 

 

Was macht der Essayist
eigentlich beruflich?

 

 

 

 „Der Essay“, so sagt uns Wikipedia, „ist eine geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema. Die Kriterien wissenschaftlicher Methodik können dabei vernachlässigt werden; der Autor hat also relativ große Freiheiten.“

Von diesen macht Michael Rutschky, geb. 1943, viel Gebrauch, so ausgiebig, dass man sagen kann: er hat die Formen des deutschsprachigen Essays erheblich erweitert.
Seine Essays lesen sich nicht selten wie Prosa, er hat Photo-Essays veröffentlicht, auch seine „Karambolage“-Filme für Arte TV versteht er als eine Form von Essay.
Seine Texte durchzieht ein leicht spöttischer, auch selbstkritischer Ton, sie sind das Gegenteil von „verquast“, den Selfie hat er schon miteingebaut, als noch niemand das Wort kannte. („Wie wir Amerikaner wurden“, 2004).

Mit seinem neuen Band kehrt Michael Rutschky zu seinen frühen Jahren „als öffentlicher Intellektueller“ zurück, 1981-1984, als er Redakteur von Hans Magnus Enzenbergers legendärem Zeitschriftenprojekt „Transatlantik“ in München war.
Der Klappentext lässt erneut großes Lesevergnügen erahnen.
„Mitgeschrieben. Die Sensationen des Gewöhnlichen“ verspricht „ein Tagebuch aus der sozialistischen Spätantike, als Franz Josef Strauß Bayern regierte und Helmut Kohl westdeutscher Bundeskanzler wurde.“
Es sind Beobachtungen „inmitten der Landschaft zwischen Isarnacktstrand, nordhessischer Provinz und Westberlin. Hier kann man sehen, wie Traum, Tagtraum und obsessive Nabelschau ein ebenso schöpferisches wie unterhaltsames Klima für kritische Geister bildeten.“

Ruschky cover klein





 

 

Michael Rutschky
Mitgeschrieben.
Die Sensationen des Gewöhnlichen.

400 Seiten, 25 Euro, Berenberg



 

das war wann: Donnerstag, 12. November 2015, 19.30 Uhr, 8 €
                    wo:  Kreuzung an St. Helena, Bornheimer Str. 130, 53119 Bonn


Michael Rutschky - Die Videoclips vom 12. November 2015

Ist die Wikipedia-Defitionition von "Essay" korrekt (s.o.)?


Wie kommt Rutschky zur literarischen Form seiner Essays?



©Michael Rüsenberg, 2015. Alle Rechte vorbehalten